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1663 · Reiseluftpumpe · dritte Bauart

Vakuumluftpumpe

In Guerickes leicht demontierbarer Reiseluftpumpe flossen seine bisherigen Erfahrungen mit Ventilen, Kolben, Dichtungen und Restgas zusammen. Die dritte Bauart erreichte deutlich niedrigere Drücke und ließ sich für unterschiedliche Vakuumexperimente einsetzen.

1Beim Ansaughub gelangt Gas aus dem Versuchsgefäß in den Pumpenzylinder.
2Beim Rückhub wird dieses Gas durch das zweite Ventil nach außen gedrückt.
3Jeder weitere Hub verringert den Druck im angeschlossenen Gefäß.

Die Pumpe selbst in Gang setzen

Führe einzelne Pumpenhübe aus. Das Modell zeigt abwechselnd Ansaugen und Ausstoßen, den Zustand der beiden Ventile und den sinkenden Druck im Glasrezipienten.

Bereit zum ersten Pumpenhub Historischer Kupferstich von Guerickes Vakuumluftpumpe der dritten Bauart
Detail aus Iconismus VII. Die farbigen Überlagerungen erklären den Pumpenzyklus und gehören nicht zum historischen Original.

Die dritte Bauart. Der lange Pumpenzylinder, die Hebelführung und zwei Ventile an der Zylinderstirnseite bilden das Herz der Reiseluftpumpe.

Pumpenzyklus 0 von 10 Hüben
Druck1000 hPa
Vakuumgrad0 %
ZustandAtmosphäre
Ventile während des Hubs Ruhezustand
Ventil hgeschlossen
Ventil mgeschlossen
Nebel als Druckhinweis

Guericke beobachtete Nebelbildung im Glasrezipienten. Aus heutiger Sicht lässt sich daraus – abhängig von Temperatur und Feuchte – ein sehr niedriger Druck ableiten. Die Ausstellung nennt als Größenordnung etwa 10 hPa bei 7 °C.

Was die dritte Bauart verbesserte

Ventile an der Stirnseite Beide Ventile lagen direkt am Zylinderende. Dadurch wurde das schädliche Restvolumen verkleinert.
Verlängerter Kolben Gegenüber einer Feuerspritze war der Kolben deutlich länger. Das vergrößerte Dichtflächen und Saugvermögen.
Hebelführung Guericke legte besonderen Wert auf eine parallele Führung des Pumpenkolbens.
Verbindungen unter Wasser Konische Steckverbindungen lagen zur besseren Abdichtung in einem Wasserbad.

Originaldarstellungen im Detail

Eine Pumpe für den Kurfürsten

1663 führte Guericke die Pumpe dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm vor. Das als Geschenk übergebene Gerät gelangte 1906 durch Kaiser Wilhelm II. an das Deutsche Museum in München.

Quellen und Vertiefung

  • Otto von Guericke: Experimenta Nova (ut vocantur) Magdeburgica de Vacuo Spatio, Amsterdam 1672.
  • Otto-von-Guericke-Gesellschaft Magdeburg: Materialien zur dritten Bauart der Vakuumluftpumpe.
  • Das interaktive Druckmodell ist didaktisch vereinfacht und keine exakte Kennlinie der historischen Pumpe.